Feuerwerksverbot: Händler verlieren einen Drittel ihres Jahresumsatzes

Feuerwerksverbot: Händler verlieren einen Drittel ihres Jahresumsatzes

  • Wegen der Feuerwerksverbote in den Kantonen leiden Schweizer Feuerwerkshändler unter massiven Umsatzeinbussen.
  • Bruno Schönenberger von Feuerwerkshop.ch rechnet mit dem Wegfall von rund einem Drittel seines Jahresumsatzes.
  • Noch grössere Sorgen bereitet den Händlern die Abstimmung vom 29. November über die Initiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk».
  • Silvio Fernandes von der Feuerwerk & Pyrotechnik AG erklärt, dass das Unternehmen sein Sortiment bereits breiter aufgestellt hat, um die Abhängigkeit vom Feuerwerksverkauf zu reduzieren.

Die Vulkane stehen ordentlich nebeneinander im Regal, von den Feuerwerksboxen sind noch alle Varianten erhältlich – doch der Laden ist leer. Aktuell gilt in den meisten Kantonen ein generelles Feuerwerksverbot. Das trifft die Schweizer Feuerwerkshändler hart. «Für uns ist das sehr schlimm», sagt Bruno Schönenberger von Feuerwerkshop.ch.

Ein Drittel des Jahresumsatzes fällt weg

Alle geplanten Verkaufsstände seien abgesagt und gar nicht erst aufgebaut worden. «Aktuell läuft hier gar nichts. Ab und zu holt vielleicht noch jemand eine Bestellung ab, etwa einen Vulkan für einen Geburtstag im November. Meine Mitarbeitenden habe ich aber bereits nach Hause geschickt.»

Der 1. August sei für das Unternehmen der wichtigste Tag des Jahres – noch wichtiger als Silvester. «Rund ein Drittel unseres Jahresumsatzes fällt weg.» Die Situation bereite Schönenberger Sorgen. «Das ist unser Hauptgeschäft. Nun muss ich schauen, wie wir finanziell über die Runden kommen.»

Händler können Verbot nachvollziehen

Ähnlich gehe es Silvio Fernandes von der Feuerwerk & Pyrotechnik AG in Rikon ZH. «Wir verkaufen weiterhin Feuerwerk. Aufgrund der Verbote ist die Nachfrage jedoch stark zurückgegangen.» Auch ihr Unternehmen rechnet mit grossen Einbussen.

Die nicht verkaufte Ware könnten beide Geschäfte lagern. «Wir können sie während des nächsten Verkaufszeitraums rund um Silvester oder im kommenden Jahr wieder anbieten. Die Feuerwerkskörper gehen also nicht verloren», erklärt Fernandes.

Wie beeinflussen dich die aktuellen Feuerwerksverbote?

Ich finde es schade, dass die Tradition eingeschränkt wird.

Ich verstehe die Verbote und unterstütze sie.

Für mich ändert sich nichts, ich hätte sowieso kein Feuerwerk gezündet.

Etwas anderes. / Ich will nur die Antworten sehen.

Trotz der Umsatzeinbussen können beide Händler die Verbote der Kantone nachvollziehen. «Durch die Trockenheit besteht tatsächlich ein grösseres Risiko», sagt Schönenberger. Zuletzt habe es 2018 vor dem 1. August ähnlich weitreichende Verbote gegeben. Trotzdem bleibe der Feuerwerksverkäufer optimistisch: «Es gibt immer wieder umsatzstarke Jahre. Uns bleiben noch die restlichen Monate – sofern es so bleibt.»

Zittern vor der Feuerwerk-Verbots-Abstimmung

Die Trockenheit sei nämlich nicht die grösste Sorge der Händler, sondern die nationale Abstimmung über eine Einschränkung von Feuerwerk. Am 29. November stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Initiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» ab. «Sagt das Stimmvolk Ja, kann ich diesen Beruf an den Nagel hängen», sagt Schönenberger.

Am 29. November stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Initiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» ab.
Am 29. November stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Initiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» ab.20min/Matthias Spicher

Die Abstimmung sei insgesamt bedrohlicher als ein einzelner Hitzesommer. Auch für Fernandes ist die Zukunft schwer einzuschätzen. «Als Unternehmen müssen wir uns frühzeitig auf verschiedene Szenarien vorbereiten – auch auf ein mögliches Verbot. Deshalb stellen wir unser Sortiment bereits breiter auf und reduzieren unsere Abhängigkeit vom Feuerwerksverkauf.»

Auch Grosshändler stellen Verkauf ein

Auf Anfrage von 20 Minuten teilen die Grosshändler Jumbo und Landi mit, dass auch sie den Verkauf eingestellt haben. «Ausschlaggebend dafür sind unter anderem die anhaltend hohen Temperaturen sowie die zunehmenden regionalen Einschränkungen und Verbote», erklärt ein Mediensprecher von Jumbo. Somit bleibt auch dort, wo früher Zelte für den Feuerwerksverkauf standen, die Flächen heute leer.

Melissa Greiter

Melissa Greiter (mgr) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Sie ist seit Februar 2025 Redaktorin im Ressort News, Wirtschaft und Videoreportagen.