Ein erwachsener Wiedehopf fuettert sein Junges in einem Garten in Bursa, Tuerkei — Anadolu/Getty Images

Woche in der Tierwelt: Ein hungriger Wiedehopf, ein hitzegestresstes Krokodil und ein schlummerndes Otterjunges

Die Week in Wildlife-Galerie von The Guardian vom 19. Juni 2026 vereint zwanzig Szenen von sechs Kontinenten in einer einzigen Woche — und fast jede Aufnahme ist vom Wetter gepraegt. Von Wiedehopfen, die in Bursa ihre Jungen fuettern, bis zu Bueffeln, die in regengefuellten Wiesen in der Osttuerkei waten: Tiere reagieren auf die heutige Hitze, den Regen der Nacht und darauf, ob sich der Nebel vor Sonnenaufgang aufgeloest hat.

Im Folgenden gehen wir alle zwanzig Fotos in der Reihenfolge der Galerie durch — mit dem SatMeteo-Blick auf die Bedingungen hinter jedem Verhalten.

1. Hungrige Wiedehopfe, Bursa, Tuerkei

Das Auftaktbild der Woche zeigt einen erwachsenen Wiedehopf, der seine Jungen in einem tuerkischen Garten fuettert — der Beginn einer Geschichte, die zwanzig Bilder spaeter den Kreis schliesst. Wiedehopfe sind Fruehjahrszieher; der Bruterfolg folgt dem Auftreten von Insekten, das wiederum von Bodenwaerme und trockenen Futterfenstern abhaengt. Mitte Juni liegen die Tageshoechstwerte in Bursa oft bei 26–30°C (79–86°F); Gewitter koennen Jagdfluege unterbrechen, waehrend stabiler Hochdruck Eltern eine effiziente Versorgung des Nests ermoeglicht.

2. Schwanenkueken auf Dawlish Water, Devon

In Dawlish, Devon, tauchen Schwanenkueken der beruehmten dunklen Schwaene des Orts erstmals am Bach auf und reiten auf einem Elterntier. Fruehsommerliche Wassergefluegelbruten brauchen ruhige Morgen und moderate Temperaturen — schauerartige Atlantikfronten ueber dem Suedwesten Englands koennen Wasserlaeufe aufwuehlen, waehrend warme, windstille Tage sichere Begleitschwimme entlang offener Kanaele beguenstigen.

Ein Schwanenkueken reitet auf einem Elternschwan entlang von Dawlish Water, Devon, Vereinigtes Koenigreich — Mark Passmore Photography
Ein Schwanenkueken bekommt eine Mitfahrgelegenheit auf Dawlish Water, waehrend der juengste Nachwuchs der beruehmten dunklen Schwaene des Orts erscheint — Mark Passmore Photography.

3. Seeotterjunges, Pacific Grove, Kalifornien

Eine Seeotter-Mutter wickelt ihr Junges vor Pacific Grove in Kelp fuer ein Nickerchen ein. Jungtiere koennen ihre Koerpertemperatur noch nicht gut regulieren; sie sind auf den kuehlen Kalifornienstrom und morgendlichen Meeresnebel angewiesen. In Pacific Grove koennen die Nachmittage im Landesinneren im Juni 22–26°C (72–79°F) erreichen, doch direkt an der Kueste bleibt es oft kuehler, bis Hochdruck die Meeresinversion aufloest.

Eine Seeotter-Mutter deckt ihr Junges fuer ein Nickerchen in Pacific Grove, Kalifornien, zu — Rory Merry/Zuma Press Wire/Shutterstock
Eine Seeotter-Mutter deckt ihr Junges fuer ein Nickerchen in Pacific Grove, Kalifornien, zu — Rory Merry/Zuma Press Wire/Shutterstock.

4. Pierres Warzenkroete, Kathmandu-Tal, Nepal

Eine Pierres Warzenkroete im Kathmandu-Tal zeigt den Monsun-Uebergang: Mittelgrosse Amphibien, die an dauerhafte Wasserstellen und offenes Grasland gebunden sind, werden aktiver, wenn sich vor dem Monsun Hitze aufbaut und die Luftfeuchtigkeit steigt. In Kathmandu liegen die Nachmittagshoechstwerte im Juni oft bei 28–30°C (82–86°F), bei zunehmender Gewitterhaeufigkeit vor dem Einsetzen der Sommerregen.

Eine Pierres Warzenkroete im Kathmandu-Tal, Nepal — Safal Prakash Shrestha/NurPhoto/Shutterstock
Eine Pierres Warzenkroete im Kathmandu-Tal, Nepal — Safal Prakash Shrestha/NurPhoto/Shutterstock.

5. Schwebfliege, Salisbury, Wiltshire

Eine Schwebfliege besucht eine Bluete in Salisbury — Hochsaison fuer Bestaeuber auf der Salisbury Plain. Langes Juni-Tageslicht und Temperaturen um 20–24°C (68–75°F) treiben die Aktivitaet von Schwebfliegen an; eine kalte, nasse Woche kann die Fortpflanzung verkuerzen, waehrend warme, stabile Wetterlagen sie verlaengern.

Eine Schwebfliege auf einer Bluete in Salisbury, Wiltshire, Vereinigtes Koenigreich — Geoffrey Swaine/Shutterstock
Eine Schwebfliege auf einer Bluete in Salisbury, Wiltshire, Vereinigtes Koenigreich — Geoffrey Swaine/Shutterstock.

6. Sumpfkrokodil, Yala, Sri Lanka

Im Yala-Nationalpark stosst ein Sumpfkrokodil durch geoeffnetes Maul Waerme ab und steht dabei vor einer harten Grenze: Koerpertemperaturen ueber 38°C (100°F) riskieren toedliche Hyperthermie. Der Juni bringt an Sri Lankas Suedkueste schwuele Nachmittage um 30–32°C (86–90°F) und Monsun-Starkregen, die Oberflaechengewaesser kurzzeitig abkuehlen, bevor die Schwuele rasch zurueckkehrt.

Ein Sumpfkrokodil haelt in Yala-Nationalpark, Sri Lanka, sein Maul offen — Krishan Kariyawasam/NurPhoto/Shutterstock
Ein Sumpfkrokodil reguliert seine Temperatur mit offenem Maul im Yala-Nationalpark, Sri Lanka — Krishan Kariyawasam/NurPhoto/Shutterstock.

7. Perlfische und Moewen, Van, Tuerkei

Moewen fressen Perlfische, waehrend die Pegel nahe Van sinken und nach Wochen hohen Wasserstands Fischbewegungen freilegen. Laichwanderungen folgen Wassertemperatur und Abfluss; ein ploetzlicher Pegelrueckgang konzentriert Beute — und Raeuber — in Flachwasserzonen.

Moewen fressen Perlfische in einem Fluss in Van, Tuerkei — Anadolu/Getty Images
Moewen fressen Perlfische in einem Fluss in Van, Tuerkei — Anadolu/Getty Images.

8. Sikahirsche im Regen, Qiqihar, China

Sikahirsche suchen in einem Reservat nahe Qiqihar bei stetigem Regen nach Nahrung. Der Juni-Niederschlag fuellt die Wiesen Nordostchinas nach dem Winter wieder auf; Geweihwachstum und Setzzeiten der Hirsche folgen der Begruenung, die verlaessliche Feuchte ermoeglicht.

Sikahirsche suchen bei Regen in einem Naturschutzgebiet in Qiqihar, Nordostchina, nach Nahrung — Xinhua/Shutterstock
Sikahirsche suchen bei Regen in einem Naturschutzgebiet in Qiqihar, Nordostchina, nach Nahrung — Xinhua/Shutterstock.

9. Ringtail, Oregon

Seltene Kamerafallen-Aufnahmen zeigen einen Ringtail — einen nachtaktiven Verwandten der Waschbaeren — im Epstein Family Forest in Oregon. Erfolge bei der Waldrenaturierung werden oft zuerst in kuehlen, schattigen Mikroklimata sichtbar, die scheue Saeugetiere tragen; trockene, ueberhitzte Unterwaelder druecken nachtaktive Arten tiefer in Schluchten mit verlaesslicher Feuchte.

Ein Ringtail auf einer Kamerafalle im Epstein Family Forest in Oregon, USA — Pacific Forest Trust
Ein Ringtail auf einer Kamerafalle im Epstein Family Forest in Oregon, USA — Pacific Forest Trust.

10. Unechte Karettschildkroete, Belek, Tuerkei

Eine gefaehrdete Unechte Karettschildkroete legt an der Belek-Kueste nahe Antalya Eier. Der Bruterfolg haengt von Sandtemperatur und ruhigen Naechten ab; Juni-Hoechstwerte von 28–34°C (82–93°F) erwaermen den Strand, waehrend stuermische Naechte den Oberflaechensand abkuehlen und die Eiablage hemmen koennen.

Eine gefaehrdete Unechte Karettschildkroete legt Eier an der Belek-Kueste nahe Antalya, Tuerkei — Anadolu/Getty Images
Eine Unechte Karettschildkroete legt Eier an der Belek-Kueste nahe Antalya, Tuerkei — Anadolu/Getty Images.

11. Reiherkueken, Gimcheon, Suedkorea

Flaumige Reiherkueken warten in einem Nest in Gimcheon. Reiher- und Seidenreiherkolonien reagieren empfindlich auf Kaelteeinbrueche im Spaetfruehling und Starkregen, die exponierte Nester in Uferbaeumen auskuehlen koennen — ein Risiko, das mit Koreas frueher sommerlicher Regenzeit steigt.

Reiherkueken warten in ihrem Nest in Gimcheon, Suedkorea — Seung-il Ryu/NurPhoto/Shutterstock
Reiherkueken warten in ihrem Nest in Gimcheon, Suedkorea — Seung-il Ryu/NurPhoto/Shutterstock.

12. Heuschrecke, Assam, Indien

Eine Heuschrecke ruht in einem Garten in Assam, wo die Hitze vor dem Monsun den Insektenstoffwechsel antreibt. In Guwahati liegen schwuele Nachmittage im Juni oft ueber 32°C (90°F); mit dem Einsetzen anhaltender Monsunregen veraendern sich die Nahrungsnetze der Graslaender fuer die Arten, die dort weiden.

Eine Heuschrecke ruht auf einem Blatt in einem Garten in Assam, Indien — Anuwar Hazarika/NurPhoto/Shutterstock
Eine Heuschrecke ruht in einem Garten in Assam, Indien — Anuwar Hazarika/NurPhoto/Shutterstock.

13. Elefant auf der Yala-Strasse, Sri Lanka

Ein Asiatischer Elefant naehrt sich Fahrzeugen auf einer Strasse am Rand von Yala — ein Verhalten, das zunimmt, wenn Hitze und Futterknappheit in der Trockenzeit zusammenfallen. Derselbe Park, in dem hitzegestresste Krokodile vorkommen, buendelt auch grosse Saeugetiere entlang der Strassen, wo Autofahrer leicht verfuegbare Kalorien anbieten.

Ein Asiatischer Elefant naehrt sich Fahrzeugen auf einer Strasse am Rand des Yala-Nationalparks, Sri Lanka — Krishan Kariyawasam/NurPhoto/Shutterstock
Ein Elefant versucht sein Glueck bei Autofahrern auf einer Strasse am Rand des Yala-Nationalparks, Sri Lanka — Krishan Kariyawasam/NurPhoto/Shutterstock.

14. Rotfuchsjunges, Kars, Tuerkei

Ein Rotfuchs-Junges kommt mit seiner Mutter nahe Kars aus dem Bau nach einem langen Winter. Das kurze Sommerfenster Ostanatoliens komprimiert die Jungenaufzucht; die Jungtiere muessen das Jagen lernen, bevor die Herbstkaelte zurueckkehrt — ein Zeitplan, der an Schneeschmelze, Beuteangebot und laenger werdende Tage gekoppelt ist.

Ein Rotfuchsjunges kommt mit seiner Mutter aus dem Bau bei Kars, Tuerkei — Anadolu/Getty Images
Ein Rotfuchsjunges kommt mit seiner Mutter aus dem Bau bei Kars, Tuerkei — Anadolu/Getty Images.

15. Delfine, Istanbul

Delfine tauchen im Bosporus und im Marmarameer auf, waehrend Forschende von WWF Turkey Individuen anhand von Markierungen an den Rueckenflossen identifizieren. Wassertemperatur, Salinitaetsschichtung und Schiffsverkehr praegen die Verteilung der Wale um Istanbul; sommerliche Erwaermung kann Beutefische verlagern — und damit die Gruppen, die ihnen folgen.

Delfine schwimmen in den Gewaessern um Istanbul, Tuerkei — Anadolu/Getty Images
Delfine schwimmen in den Gewaessern um Istanbul, Tuerkei — Anadolu/Getty Images.

16. Bueffel nach Regen, Erzurum, Tuerkei

Bueffel waten durch Teiche, die nach einer juengsten Regenphase nahe Erzurum entstanden sind. Hochplateau-Wiesen haengen von Niederschlaegen im Fruehling und fruehen Sommer ab; kleine Wasserflaechen nach Regen werden zu Weide-Hotspots — ein Muster, das von der Tuerkei bis in die asiatische Steppe sichtbar ist.

Bueffel schwimmen nach den juengsten Regenfaellen in Wiesen bei Erzurum, Tuerkei — Anadolu/Getty Images
Bueffel schwimmen in Erzurum, Tuerkei, nachdem Regen Teiche in den Wiesen gebildet hat — Anadolu/Getty Images.

17. Flughund, Mongbwalu, DR Kongo

Ein Flughund fliegt nahe handwerklichen Goldminen in der Demokratischen Republik Kongo — eine Szene, die ebenso mit oeffentlicher Gesundheit wie mit Oekologie verbunden ist. Fledermaeuse, die in schlecht beluefteten Schaechten rasten, zeigen, wie Lebensraumstoerung und menschliches Vordringen ineinandergreifen; feucht-tropische Bedingungen tragen sowohl Fledermauskolonien als auch die Erreger, die sie uebertragen koennen.

Eine Flughund-Fledermaus fliegt nahe einer Goldmine in Mongbwalu, Demokratische Republik Kongo — Michel Lunanga/Getty Images
Eine Flughund-Fledermaus fliegt nahe einer Goldmine in Mongbwalu, Demokratische Republik Kongo — Michel Lunanga/Getty Images.

18. Schlanklibellen, Moreton, Essex

Paarweise Schlanklibellen balzen am Wasserrand in Moreton, Essex — ein klassischer fruehsommerlicher Feuchtgebietsmoment in Grossbritannien. Das Schluempfen der Libellen braucht warme Lufttemperaturen und ruhige, sonnige Nachmittage; ein nasser, windiger Juni kann Paarungsfluege in Suedengland verzoegern.

Maennliche und weibliche Schlanklibellen bei der Paarung in Moreton, Essex, Vereinigtes Koenigreich — Elli Birch/IPS/Shutterstock
Maennliche und weibliche Schlanklibellen bei der Paarung in Moreton, Essex, Vereinigtes Koenigreich — Elli Birch/IPS/Shutterstock.

19. Panzernashoerner, Kaziranga, Assam

Ein Paar Panzernashoerner graest in Kaziranga, waehrend sich die Aue des Brahmaputra vor dem Monsun wieder eingruent. In Guwahati baut sich die Juni-Hitze vor den Regenfaellen auf; Nashoerner sind auf erneutes Graswachstum angewiesen, das aus verlaesslicher saisonaler Feuchte in den Feuchtgebieten des Parks folgt.

Panzernashoerner grasen im Kaziranga-Nationalpark, Assam, Indien — Anuwar Hazarika/NurPhoto/Shutterstock
Panzernashoerner grasen im Kaziranga-Nationalpark, Assam, Indien — Anuwar Hazarika/NurPhoto/Shutterstock.

20. Wiedehopf am Fassnest, Bursa

Die Galerie endet dort, wo viele Betrachter emotional begonnen haben: Ein Wiedehopf bringt einem Jungen am selben Fassnest in Bursa Futter — im achten aufeinanderfolgenden Jahr an diesem Standort, mit drei aufgezogenen Jungvoegeln im Jahr 2026. Diese langfristige Nesttreue macht den Vogel zu einem lebenden Wettertagebuch: Insektenhochs, Kaelteeinbrueche und Zugbahnen von Gewittern jeder Saison schreiben sich darin ein, ob die Jungen fluegge werden.

Ein Wiedehopf bringt seinem Jungen im Nest in einem Holzfass in Bursa, Tuerkei, das Abendessen — Anadolu/Getty Images
Ein Wiedehopf bringt seinem Jungen in einem Garten in Bursa, Tuerkei, das Abendessen — Anadolu/Getty Images.

Bedingungen dort verfolgen, wo Wildtiere gesichtet wurden

Von Eiablage-Naechten der Schildkroeten an der tuerkischen Kueste bis zu Monsunhirschen in Nordostchina machen lokale Vorhersagen diese Fotos verstaendlich. Pruefen Sie die stundenaktuellen Bedingungen fuer Bursa, Antalya, Istanbul, Van, Kars, Erzurum, Kolombo, Pacific Grove, Qiqihar, Salisbury, Kathmandu, Gimcheon und Guwahati bei SatMeteo und nutzen Sie die Live-Temperaturkarte, um Hitze- und Regenmuster zu verfolgen, waehrend der Sommer weltweit voranschreitet.