Millionen für den Midterms-Wahlkampf –: Elon Musk öffnet wieder den Geldhahn für Trumps Re­publikaner

Millionen für den Midterms-Wahlkampf –: Elon Musk öffnet wieder den Geldhahn für Trumps Re­publikaner

Der reichste Mensch der Welt reaktiviert seine Pro-Trump-Lobbygruppe. Erneut pumpt er Geld in den Wahlkampf, diesmal um die bedrohte republikanische Mehrheit im Kongress zu retten.

Publiziert heute um 12:28 Uhr
Mann im Anzug spricht an Rednerpult bei politischer Kundgebung, während eine Person mit erhobenen Armen jubelnd daneben springt, Publikum im Hintergrund.
Mit erhobenen Armen jubelnd: Tesla-Chef Elon Musk 2024 an einem Wahlkampfauftritt von Donald Trump.
In Kürze:
  • Elon Musk reaktiviert sein politisches Komitee «America PAC» für die Zwischenwahlen 2026.
  • Die Pro-Trump-Lobbygruppe soll konservative Wählende per Hausbesuche, Post und digitale Werbung mobilisieren.
  • 2024 hatte Musk laut Axios über 260 Millionen Dollar investiert und wurde damit grösster Einzelspender der US-Geschichte.
  • Republikanische Gruppen haben gegenüber den Demokraten bereits einen Vorsprung von 300 Millionen Dollar.

Multimilliardär Elon Musk reaktiviert seine politische Organisation «America PAC», um die Republikanische Partei bei den Zwischenwahlen am 3. November 2026 zu unterstützen. Wie das Nachrichtenportal Axios berichtet, zielt die Kampagne darauf ab, die konservative Wählerbasis in entscheidenden Bundesstaaten zu mobilisieren. Insbesondere Personen, die selten an Kongresswahlen ohne Präsidentschaftswahl teilnehmen, sollen mit Hausbesuchen, Postsendungen und digitaler Werbung angesprochen werden.

Die geplanten Ausgaben liessen sich nicht beziffern, da Vertreterinnen und Vertreter von Musk keine konkreten Zahlen nannten. Der ranghohe Trump-Berater James Blair sagte «Axios», die Rückkehr von «America PAC» werde den Republikanern einen «enormen Schub geben». Es wird mit erheblichen Summen gerechnet.

Im Wahljahr 2024 hatte die Organisation über 260 Millionen US-Dollar aufgewendet, was Musk zum grössten Einzelspender einer Wahlperiode in der US-Geschichte machte.

Musks Organisation macht Wahlkampf an der Haustür

Der Schritt erfolgt in einer schwierigen Phase für die Republikaner. Niedrige Zustimmungswerte für Präsident Trump – unter anderem im Zusammenhang mit der Wirtschaftslage und dem Iran-Konflikt – gefährden die Mehrheiten der Partei im Repräsentantenhaus und im Senat.

Elon Musk spricht mit Mikrofon in der Hand vor einer amerikanischen Flagge, trägt eine blaue Bomberjacke mit SpaceX-Abzeichen.
Rettungsanker für Trumps Republikaner? Elon Musk mischt sich wieder in den US-Wahlkampf ein.

Indem sich Musks Organisation auf die direkte Wähleransprache konzentriert, können andere republikanische Gruppen ihre Ressourcen auf Fernsehwerbung ausrichten.

Laut Axios beläuft sich der finanzielle Vorsprung der Konservativen gegenüber den Demokraten bereits auf mehr als 300 Millionen US-Dollar. Geleitet wird das Vorhaben von Musks politischem Berater Chris Young.

Musk: Vom Chefberater zum Chefkritiker

Der Allianz ging eine Entfremdung voraus: Musk wurde nach Trumps Amtsantritt mit der Kürzung der Ausgaben des Staatsapparats betraut. Er und seine Mitstreiter im Kürzungsgremium Doge gingen dabei zum Teil äusserst rabiat vor. So wurde die Entwicklungshilfe gestrichen, oder wie Musk es formulierte: «in den Holzhäcksler geworfen». Es folgten Proteste, die auch auf das Geschäft des von Musk geführten Elektroauto-Herstellers Tesla Einfluss hatten.

Ein Mann mit einem kleinen Kind im Oval Office des Weissen Hauses, während eine Person hinter dem Resolute Desk sitzt.
Elon Musk (hier 2024 mit Sohn X Æ A-Xii im Oval Office) hatte mehr als 250 Millionen Dollar an Donald Trump gespendet. Das brachte ihm die Rolle eines engen Vertrauten ein.

Zur Jahresmitte 2025 folgte der Bruch zwischen Musk und Trump nach einem Streit um ein vom Präsidenten vorangetriebenes Steuergesetz. Musk behauptete danach öffentlich, ohne seine Hilfe wäre Trump gar nicht wiedergewählt worden; er erwog sogar, eine eigene Partei zu gründen. Trump sagte, der Milliardär sei nur verärgert, weil er Elektroauto-Subventionen gestrichen habe. Später versöhnten sich Trump und Musk zwar, aber das Verhältnis gilt seither als distanziert.

Die Wichtigkeit der Midterms

Die Abstimmung Anfang November, bei der das gesamte Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats zur Wahl stehen, wird die Handlungsfähigkeit Trumps im Rest seiner Amtszeit stark beeinflussen. Aktuell halten seine Republikaner die Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Sollten die Demokraten ihnen auch nur eine davon abnehmen, können sie Gesetzesvorhaben der Trump-Regierung blockieren und sie mit Ermittlungen in Ausschüssen unter die Lupe nehmen.